Hiob 32
Textbibel 1899
1Als nun jene drei Männer Hiob nicht mehr antworteten, weil er sich für gerecht hielt, 2da entbrannte der Zorn Elihus, des Sohnes Barachels, von Bus aus dem Geschlechte Ram. Über Hiob ward er zornig, weil er sich Gotte gegenüber für gerecht hielt, 3und über seine drei Freunde ward er zornig, weil sie nicht Antwort gefunden hatten, um Hiob sein Unrecht zu beweisen. 4Elihu hatte aber mit seiner Rede an Hiob gewartet, weil jene betagter waren als er. 5Als aber Elihu sah, daß der Mund der drei Männer nichts mehr zu antworten wußte, da entbrannte sein Zorn.

6Und so hob Elihu, der Sohn Barachels, von Bus, also an: Ich bin noch jung an Jahren, und ihr seid Greise; darum war ich furchtsam und scheute mich, euch kund zu geben, was ich weiß.

7Ich dachte: Mag das Alter reden, und die Menge der Jahre Weisheit lehren!

8Allein, der Geist im Menschen ist es und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht.

9Nicht die Betagten sind die Weisesten, noch verstehen die Greise, was das Rechte ist.

10Darum sage ich: Höre mir zu; auch ich will nun kundgeben, was ich weiß.

11Seht, ich habe eure Reden abgewartet, horchte auf eure Lehren, bis ihr die rechten Worte ergründen würdet.

12Ja, auf euch habe ich acht gehabt, doch siehe, da war keiner unter euch, der Hiob überführt, der seine Worte widerlegt hätte.

13Sagt nicht: "Wir sind auf Weisheit gestoßen; nur Gott vermag ihn zu schlagen, nicht ein Mensch!"

14Gegen mich hat er keine Beweise gerichtet, und mit euren Worten werd' ich ihm nicht antworten.

15Sie sind bestürzt, antworten nicht mehr; die Worte sind ihnen ausgegangen.

16Und ich sollte warten, weil sie nicht reden, weil sie dastehen, ohne mehr Antwort zu geben?

17Ich will auch mein Teil antworten, will auch meinerseits kundgeben, was ich weiß.

18Denn ich bin voll von Worten; mich drängt der Geist in meinem Inneren.

19Fürwahr, mein Inneres gleicht festverschlossenem Wein; wie neugefüllte Schläuche will es platzen.

20Reden will ich, um mir Luft zu machen, will meine Lippen aufthun und entgegnen.

21Für niemand werde ich Partei ergreifen und werde keinem Menschen schmeicheln.

22Denn ich verstehe mich nicht aufs Schmeicheln; gar leicht würde mich sonst mein Schöpfer hinwegnehmen.

Textbibel des Alten und Neuen Testaments, Emil Kautzsch, Karl Heinrich Weizäcker - 1899

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Job 31
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