Dyr Laux 1 De Bibl auf Bairisch
Dyr Laux 1
De Bibl auf Bairisch
1Vil habnd si schoon drübergrichtt, aynn Bericht über dös allss abzfassn, was si ünter üns dyräugnt haat. 2Dyrbei giengend s von dönn aus, was üns von dene überlifert ist, die wo von Anfang an Augnzeugn und Diener von n Wort warnd. 3Drum haan mi aau i entschlossn, däß i allss von Grund auf untersuech, dyrmit i s dir, hoohvereerter Gottlieb, yn dyr Reih naach aufschreib. 4Yso kanst di dyrvon überzeugn, däß dös, wiest unterwisn wordn bist, aau wirklich Hand und Fueß haat.

5Zuer Zeit von n Judauer Künig Heret glöbt ayn Priester, wo Zächeries hieß, und der gaghoert zo dyr Äbiesnorddnum. Aau sein Weib gstammt von n Ärenn ab, und haissn taat s Elsbett. 6All Zwai glöbnd frumm vor n Herrgot und hieltnd si streng an n Trechtein seine Geboter und Satzungen. 7Sö hietnd kaine Kinder, denn d Elsbett war unfruchtbar; und hübsch alt warnd s +non dyrzue schoon.

8Iewet, wie er mit seiner Orddnum wider bei n Gotsdienst dran war, 9wurd yr naach dyr Priestersatzung ausgloosst, in n Trechtein seinn Templ s Rauckopfer darzbringen. 10Wie yr also drinn dargrauckt, stuendd s Volk herausst und gabett. 11Daa erschin yn n Zächeriesn zesmer n Altter ayn Trechteinengl. 12Wie n dyr Zächeries saah, dyrkaam yr gscheid und schih si närrisch. 13Dyr Engl aber grödt iem guet zue: "Fircht di nit, Zächeries! Dein Gebet ist erhoert wordn. Dein Weib Elsbett gaat dyr aynn Sun schenken; yn dönn gibst aft dönn Nam Johanns. 14Mein, der werd ayn Freud für di, und aa vil Anderne freund si über sein Geburt mit! 15Er gaat ganz vil geltn vor n Trechtein. Wein und Gaist überhaaupt rüert yr nit an, und schoon in n Mueterleib gaat yr von n Heilignen Geist erfüllt sein. 16Männig Isryheeler gaat yr zo n Trechtein, ienern Got, zruggbringen. 17Er gaat mit n Geist und dyr Frastmunt von n Eliesn yn n Herrn vorausgeen, däß yr d Vätter wider mit de Kinder versüent und de Unglosn auf n grechtn Pfad zruggfüert, und yso s Volk für n Herrn pfrait macht."

18Daa gaab dyr Zächeries yn n Engl zrugg: "Sy?! Und wie soll i kennen, däß daa öbbs dran ist? I bin diend ayn alter Tschaggler, und mein Weib ist aau niemer grad de Jünger." 19Dyr Engl gerwidert iem: "I bin dyr Gabriheel, der was vor n Herrgot dient; und i bin gschickt wordn, däß i mit dir röd und dir dö frooe Kund daader bring. 20Aber weilst myr dös allss nit glaaubt haast, und dös +geet in Erfüllung, wenn s so weit ist, sollst stumm sein und niemer rödn künnen, hinst däß dös allss eintrifft."

21Inzwischn gwartt s Volk auf n Zächeriesn und gwundert si schoon, däß yr so lang eyn n Templ drinn blib. 22Wie yr aft ausherkaam, kunnt yr niemer rödn mit ien. Daa kaam s ien, däß yr eyn n Templ drinn ayn Erscheinung ghaat hiet. Er gadeutt ien grad mit dyr Hand und blib stumm. 23Wie sein Dienstsötz umhin war, gakeert yr haimhin zrugg.

24Bald drauf empfieng sein Weib Elsbett aynn Sun und zog si fümf Maanet lang ganz zrugg. Si gsait syr: 25"Dyr Trechtein haat myr gholffen. Gschaut haat yr auf mi und mir mein Schmaach vor de Leut wögggnummen."

26Eyn n söxtn Maanet von dyr Elsbett irer Schwangerschaft wurd dyr Engl Gabriheel von n Herrgot zo ayner Junggfrau auf Nazerett in Gälau gschickt. Si 27war mit aynn Man versprochen, der wo Joseff hieß und aus n Dafetnhaus gstammt. Und sele Junggfrau hieß Maria. 28Dyr Engl traat bei irer ein und gagrüesst s: "Heil dir, Begnaadte, dyr Herr ist mit dir!" 29Daa dyrschrak s über dö Anröd und sann hin, was dös mit dönn Grueß wol sollt. 30Daa gsait irer dyr Engl: "Fircht di nit, Maria, denn dyr Herrgot will dyr ayn Gnaad erweisn. 31Du gaast ayn Kind empfangen und aynn Buebn gebern, und yn dönn sollst önn Nam Iesen göbn. 32Er gaat vil geltn und dyr Sun von n Allerhoehstn haissn. Dyr Trechtein, dyr Herrgot, gaat iem önn Troon von seinn Vatern Dafet göbn. 33Er gaat über d Jaaggner eebiglich herrschn, und sein Künigtuem kennt kain End nit." 34D Maria gmaint zo n Engl: "Und wie geit s dös, wo i doch mit kainn Man was haan?" 35Dyr Engl gantwortt irer: "Dyr Heilige Geist gaat über di kemmen, und de Kraft von n Hoehstn gaat di überschattn. Drum gaat aau dös Kind heilig gnennt werdn und Sun Gottes haissn. 36Aau dein Bas Elsbett haat non in irer Ölttn aynn Sun empfangen. Obwol s als unfruchtbar galt, ist s ietz schoon in n söxtn Maanet. 37Für n Herrgot ist nömlich +nix unmüglich." 38Daa gaab d Maria an: "Guet, i bin yn n Herrn sein Dirn. Mit mir gschegh, wiest gsait haast." Dyrnaach gieng dyr Engl wider.

39D Maria grichtt si zamm und gwandert ungsaeumt in ayn Dorf in n Judauer Birg einhin. 40Daadl gsuecht s yn n Zächeriesn sein Haus auf und gagrüesst d Elsbett. 41Wie d Elsbett d Maria grüessn ghoert, ghupft dös Kindl in irn Leib umaynand. Daa wurd d Elsbett von n Heilignen Geist erfüllt 42und rief aus: "Du bist besögnt unter de Weiberleut, und besögnt ist d Frucht von deinn Leib! 43Wer bin n i, däß d Mueter von meinn Herrn zo mir kimmt? 44Glei, wie i deinn Grueß ghoer, ghupft s Kindl vor Freud in meinn Leib umaynand. 45Saelig dö, wo glaaubt haat, däß si erfüllt, was dyr Trechtein irer gsait haat!"

46Daa gaab d Maria zrugg: "I besing de Groess von n Trechtein;

47über n Herrgot, meinn Erloeser, jublt i.

48Denn auf seiner Dirn ir Nider haat yr gschaut; saelig preisnd mi von ietz an alle Gschlächter.

49Denn dyr Mächtige haat groosse Sachenn mit mir taan. Heilig ist sein Nam.

50Barmen tuet yr si von Kunn zo Kunn über allsand, wo n ferchtnd.

51Voller Frastmunt handdt yr mit seinn Arm, und er zstraeut die voller Hoohmuet.

52Gwaltige stürtzt er von n Troon, Nidrige dyrgögn erhoeht yr.

53Hungrige beschenkt yr reich mit Gaabn, Reiche laasst yr laer ausgeen.

54Er nimmt si um seinn Knecht an, Isryheel, und denkt an sein Erbarmen,

55wie yr s ghaissn haat yn ünsre Vätter, yn n Abryham durch alle Kunner."

56Und d Maria blib beierer dreu Maanet bei irer und gieng aft wider haim zrugg.

57Wie s also aft mit dyr Elsbett so weit war, gakriegt s aynn Buebn. 58Ire Naachbyrn und Verwandtn ghoernd, wie si dyr Trechtein dyrmit dyrbarmt hiet, und gafreund si aau recht mit irer.

59Eyn n achtn Tag kaamend s zo dyr Beschneidung von n Kindl und gwollnd s naach seinn Vatern Zächeries taauffen. 60Sein Mueter aber grödt ien dyrgögn: "Nän, nän, Johanns sollt yr haissn!" 61Daa gaabnd s irer an: "Wieso; yso haisst diend in deiner gantzn Verwandtschaft niemdd!" 62Daa gfraagnd s önn Vatern mit Deutterer, wölchern Nam däß s Kind kriegn solleb. 63Er ließ syr ayn Tafl bringen und schrib aufhin: "Johanns haisst yr." Daa gwundernd si allsand. 64Sele Handkeer kunnt yr wider ganz gwon rödn, und er pris önn Herrgot. 65Und allsand Leut daadl warnd ganz farchterfüllt, und dös grödt si in n gantzn Judauer Birg umydum. 66Allsand, wo dös ghoernd, sannend dran hin und gfraagnd si, was wol aus dönn Kindl aynmaal werdeb. Es war y deuttlich zo n Kennen, däß dyr Trechtein mit iem war.

67Sein Vater Zächeries wurd von n Heilignen Geist erfüllt und fieng s Weissagn an:

68"Prisn sei dyr Trechtein, dyr Got von Isryheel! Denn er haat sein Volk aufgsuecht und d Erloesung brungen.

69Aynn starchn Rötter haat yr üns erwöckt von n Haus von n Dafetn, seinn Knecht.

70Dyr Trechtein hiet s von Altters her üns ghaissn über seine heilign Weissagn.

71Er haat üns gröttigt vor de Feindd, vor alle ünsre Hasser.

72Er war üns barmig wie de Vätter; gedenken taat yr ob seinn heilign Bund.

73Yn n Abryham, yn ünsern Vatern, hiet yr s zuegschworn, däß er üns aus dyr Feindshand röttigt, dyrmit myr aane Farcht iem dienend, aufrecht und frumm

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75all ünsre Löbtäg.

76Du, Kind, werst Weissag von dönn Hoehstn gnennt. Yn n Herrn geest du voraus und pfraittst iem seine Wög.

77Du bringst yn n Volk bei, was d Erloesung ist, d Erloesung, dö wo d Sünddn tilgt.

78Dank dyr barmign Lieb von ünsern Got bsuecht üns d Fruehsunn aus dyr Hoeh,

79leuchtt yn allsand in dyr Finster, dene, wo in n Schat von n Tood seind; und si zaigt üns, wie myr geen sollnd auf n Wög, der wo zo n Frid weist."

80Dös Kindl wurd grooß und gscheid; und aft glöbt dyr Johanns in dyr Wüestn drausst, hinst däß yr vor s Volk Isryheel vürhertrötn wurdd.

Mark 16
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