Markus 1 Textbibel 1899
Markus 1
Textbibel 1899
1Anfang des Evangeliums von Jesus Christus: Wie geschrieben steht in dem Propheten Jesaias:

2Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der soll dir den Weg bereiten;

3hört, wie es ruft in der Wüste: bereitet den Weg des Herrn, macht eben seine Pfade.

4So trat auf Johannes der Täufer in der Wüste, und verkündete eine Taufe der Buße zu Sündenvergebung. 5Uns es zog zu ihm hinaus das ganze judäische Land und die Jerusalemiten alle, und ließen sich von ihm taufen im Jordanfluß, indem sie ihre Sünden bekannten. 6Und Johannes war gekleidet in Kamelshaar mit einem ledernen Gürtel um seine Lende, und aß Heuschrecken und wilden Honig. 7Und er verkündete: es kommt nach mir, der stärker ist als ich, für den ich nicht gut genug bin mich zu bücken und ihm den Schuhriemen zu lösen. 8Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit heiligem Geiste taufen.

9Und es geschah, in jenen Tagen kam Jesus von Nazaret in Galiläa, und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. 10Und alsbald, da er aufstieg vom Wasser, sah er die Himmel sich spalten und den Geist wie eine Taube auf ihn herabfahren, 11und eine Stimme aus den Himmeln sprach: du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

12Und alsbald treibt ihn der Geist in die Wüste, 13und er war in der Wüste vierzig Tage lang und wurde versucht vom Satan, und war bei den wilden Thieren, und die Engel dienten ihm.

14Nach der Verhaftung des Johannes kam Jesus nach Galiläa und verkündete das Evangelium Gottes: 15die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes herbeigekommen, thut Buße und glaubet an das Evangelium.

16Und da er am galiläischen See dahinzog, sah er Simon und Simons Bruder Andreas, wie sie auswarfen im See; denn sie waren Fischer. 17Und Jesus sagte zu ihnen: kommt mir nach, so will ich euch Menschenfischer werden lassen, 18und alsbald ließen sie die Netze und folgten ihm. 19Und da er ein wenig weitergieng, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes, ebenfalls im Schiffe, an der Ausrichtung der Netze, 20und alsbald berief er sie; und sie ließen ihren Vater Zebedäus im Schiffe mit den Tagelöhnern, und giengen hin ihm nach.

21Und sie ziehen hinein nach Kapernaum; und alsbald gieng er am Sabbat in die Synagoge und lehrte, 22und sie waren betroffen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten. 23Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist, der schrie auf: 24was willst du von uns, Jesus von Nazaret? bist du gekommen, uns zu verderben? Wir wissen, wer du bist: der Heilige Gottes. 25Und Jesus bedrohte ihn: verstumme und fahre aus von ihm. 26Und der unreine Geist verzerrte ihn und fuhr mit lautem Geschrei von ihm aus. 27Und alles war voll Staunen, man fragte sich: was ist das? eine neue Lehre mit Vollmacht! auch den unreinen Geistern gebietet er und sie gehorchen ihm! 28Und sein Ruf gieng alsbald aus überall hin in die ganze galiläische Umgegend.

29Und alsbald giengen sie von der Synagoge aus in das Haus des Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes. 30Die Schwiegermutter Simons aber lag am Fieber darnieder, und alsbald sagen sie ihm von ihr. 31Und er trat hinzu, nahm sie bei der Hand und richtete sie auf, da verließ sie das Fieber und sie wartete ihnen auf.

32Da es aber Abend geworden, als die Sonne untergieng, 33brachten sie zu ihm alle, die ein Leiden hatten, und die dämonisch waren; und es war die ganze Stadt an der Thüre versammelt, 34und er heilte viele Leidende mit mancherlei Krankheiten, und trieb viele Dämonen aus, und ließ die Dämonen nicht davon reden, daß sie ihn kannten.

35Und früh morgens noch im Dunkeln stand er auf, gieng hinaus, und zog fort an einen einsamen Ort, und daselbst betete er. 36Und Simon und seine Genossen verfolgten ihn, 37und fanden ihn und sagen zu ihm: es sucht dich alles. 38Und er sagt zu ihnen: laßt uns anderwärts gehen, in die benachbarten Ortschaften, damit ich auch dort verkünde; denn dazu bin ich ausgegangen. 39Und er gieng und verkündete in ihren Synagogen in ganz Galiläa, und trieb die Dämonen aus.

40Und es kommt ein Aussätziger zu ihm und bittet ihn: so du willst, kannst du mich reinigen. 41Und er hatte Mitleid, streckte seine Hand aus, rührte ihn an, und sagt zu ihm: ich will es, werde rein. 42Und alsbald wich der Aussatz von ihm, und er ward rein. 43Und er fuhr ihn an, und trieb ihn alsbald hinaus 44und sagt zu ihm: siehe zu, daß du niemand etwas sagest; sondern gehe hin, zeige dich dem Priester, und opfere für deine Reinigung, was Moses verordnet hat, zum Zeugnis für sie. 45Er aber gieng hinaus, und fieng an, es eifrig zu verkünden und die Sache ruchbar zu machen, so daß er nicht mehr öffentlich in eine Stadt gehen konnte, sondern draußen an einsamen Orten hielt er sich auf, und sie kamen zu ihm von überall her.

Textbibel des Alten und Neuen Testaments, Emil Kautzsch, Karl Heinrich Weizäcker - 1899

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